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19Jun

Das Erlebnis „Jugend-Landtag 2015“

 236 Jugendliche und 1 Erkenschwicker machen Landespolitik

Mit Spannung rückte der ersehnte Termin im Rahmen meines sechswöchigen Praktikums bei den Grünen in Oer-Erkenschwick näher: Der 3-tägige Jugend-Landtag 2015. Und ich war dabei. Aus meiner Sicht ein voller Erfolg und eine unglaublich positive Erfahrung, gespickt mit vielen tollen Erinnerungen und interessanten Menschen. Deshalb erzähle ich davon.

Lucas Kurth im Plenarsaal

Lucas Kurth im Plenarsaal

Los ging es am Donnerstag (11. Juni). Alle Teilnehmer des Jugend-Landtages versammelten sich in der Bürgerhalle, um ihre Ausweise abzuholen, die sie für den Aufenthalt im Landtag Nordrhein-Westfalen berechtigten. Landtagspräsidentin Carina Gödecke begrüßte uns um 15:30 Uhr im Plenarsaal. Sie erläuterte uns die Einzelheiten zum Ablauf der Veranstaltung und bereitete uns auf eine Führung durch das Landtagsgebäude vor.

Bei der Führung stellten uns vieleHelfer die Fraktionssäle der Parteien vor, die im Landtag vertreten sind (SPD, CDU, Bündnis90/Die Grünen, FDP und die Piraten). Was direkt auffiel, waren die Größe und die Ausstattung der einzelnen Räume. Die großen Parteien legten Wert darauf, dass sich alle teilnehmenden Personen gut sehen und hören können. Die kleineren Parteien setzen andere Prioritäten, wie Komfort oder die technische Ausstattung, d.h. bequeme Sitzmöglichkeiten oder große, lichtdurchlässige Fenster.

Um 16:45 Uhr startete die erste Fraktionssitzung. Der erste Tagesordnungspunkt war die Vorstellung der einzelnen Mitglieder der Parteien. Wir wählten die Fraktionsvorsitzenden und ihre Stellvertreter. Meine Fraktion entschied sich für eine Doppelspitze, die Tradition bei den Grünen hat. Für den Vorsitz der zwei Ausschüsse die die Grünen besetzen können meldeten sich viele Bewerber. Die Abstimmung entschieden ein Bonner und ein Dortmunder für sich. Mit einem Abendessen und einem „Speed-Dating“ aller Teinehmer klang der Tag aus. Um 23:00 Uhr fiel ich müde ins Hotelbett.

Der zweite Tag begann mit der zweiten Fraktionssitzung. In der wurden Themen ausgewählt, kurz diskutiert und offene Fragen geklärt. Meine Gruppe, sollte sich mit dem Thema „In der Schule mehr für das Leben lernen“ befassen. Der Aufhänger war ein Tweet, der vor einiger Zeit durch die Medien ging. Er war von der 18-Jährigen Naina: „Ich kann eine Gedichtsanalyse in 4 Sprachen schreiben, aber weiß nichts über Steuern, Recht und Miete.“

Lösungsansätze waren gefragt und viele hatten sehr gute Ideen. Ein zusätzliches Schulfach (Hauswirtschaftslehre) wurde vorgeschlagen, eine extra AG, oder eine Projektwoche in der Zeit vor den Sommerferien. Letztlich stimmten wir einstimmig für die Planung einer Projektwoche vor den Sommerferien, die stufenweise von der fünften bis zur zehnten Klasse durchgeführt werden soll. Während dieser Diskussion hielten der Jugend-Landtagspräsident und die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien eine Pressekonferenz vor Journalisten und einigen Fernsehteams ab.

Um 12:00 Uhr fanden zwei Expertenanhörungen zu den Themen „In der Schule mehr für das Leben lernen“ und „Vergabe von Studienplätzen gerechter gestalten“ statt, in denen vier Experten Vorträge hielten und Fragen der Abgeordneten beantworteten.

Nach einer Stärkung und kleiner Pause erwartete uns die dritte Fraktionssitzung. Die Mitglieder der Themenarbeitsgruppen stellten ihre Ergebnisse vor.  Nach erneuter Diskussion über das Thema/Ergebnis wurde in der Fraktion abgestimmt, wie sich die Partei zu dem Thema positionieren sollte. Danach wurden verschiedene Eilanträge und Beiträge für die aktuelle Stunde vorbereitet, da diese bis 17:00 Uhr beim „Organisatorischen-Büro“ (Orga-Büro) eingegangen sein mussten.

Ich war Mitglied im Ausschuss für Schule und Weiterbildung, während meine Kollegen u.a. in den Ausschüssen für Wirtschaft, Energie und Forschung oder im Rechtsausschuss über Anträge abstimmten. Bei der 4. Fraktionssitzung wurde über die Empfehlungen der Ausschüsse berichtet und die Rednerlisten für die bevorstehende Plenardebatte festgelegt. Zum Abend hin fand der „Parlamentarische Abend“ statt, bei dem wir die Abgeordneten kennen lernten, die wir in den 3 Tagen vertreten durften.

Der dritte und letzte Tag startete mit der letzen Fraktionssitzung.  Wir besprachen die Anträge für die Plenardebatte und Hinweise zu dem möglichen Abstimmungsverhalten der anderen Fraktionen. Dann folgte die Hauptveranstaltung des Jugend-Landtages. Die Plenardebatte. In einer hitzigen, aber durchweg positiven Diskussion wurde dem Eilantrag für eine Gleichstellung der Ehe zwischen Hetero– und Homosexuellen einstimmig zugestimmt. Das gleiche Ergebnis kam auch bei dem Thema der aktuellen Stunde „Intensivere Hilfe für Flüchtlinge“ zustande.

Bei dem Thema „In der Schule mehr für das Leben lernen“ erreichte der Vorschlag der SPD und der Grünen eine deutliche Mehrheit. Spannend wurde es dagegen beim Thema „Vergabe von Studienplätzen gerechter gestalten“. Da es bei der Abstimmung per Handzeichen zum wiederholten Male zu Uneinigkeiten kam, musste der „Hammelsprung“ entscheiden. Beim Hammelsprung verlassen alle Abgeordneten bis auf den Präsidenten und Schriftführer den Saal und kommen durch die gekennzeichnete Tür (Ja, Nein, Enthaltung) wieder einzeln herein. Die Helfer des Jugend-Landtages zählten die Stimmen. Mit knapper Mehrheit wurde entschieden, den Numerus-Clausus beizubehalten. Nach geschlossener Sitzung und abschließenden Worten von Frau Gödecke bekamen alle Abgeordneten ihre Teilnehmerurkunden überreicht.

Der Jugend-Landtag ist eine tolle Veranstaltung, die dabei hilft, erste politische Erfahrungen zu sammeln. Diese Veranstaltung kann ich jedem empfehlen, der Spaß hat Politik mitzugestalten, zumal die Beschlüsse des Jugend-Landtages im „echten“ Landtag diskutiert werden. Ich möchte nächstes Jahr am „Jugend-Bundestag“ teilnehmen, um weitere Erfahrungen zu sammeln, und Kontakte zu knüpfen. Denn bei dieser Veranstaltung habe ich viele neue Freunde kennen gelernt, mit denen ich in Kontakt bleiben werde. Wir alle haben beschlossen uns auf jeden Fall wieder zu sehen!

Verfasst am 19.06.2015 um 17:42 Uhr von mit den Stichworten , , , , , , .
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